IT-Gutachten & Beweissicherung

IT-Schaden nach Überspannung: So dokumentieren Sie ihn richtig für die Versicherung

Nach einem Gewitter starten Server, Switch oder Arbeitsplätze nicht mehr. Der Betrieb soll schnell weiterlaufen – aber wer jetzt vorschnell entsorgt oder neu aufsetzt, macht der Schadensregulierung das Leben schwer. Diese Schritte helfen.

Erdea SolutionsVeröffentlicht am 5 Min. Lesezeit

Die ersten Stunden: sichern statt aufräumen

Ein Überspannungsschaden betrifft selten nur ein Gerät. Netzteile, Mainboards, Netzwerkkarten, Switches und Telefonanlagen hängen am selben Stromnetz oder an denselben Datenleitungen. Damit die Versicherung Ursache und Umfang nachvollziehen kann, sollten Sie Folgendes beachten:

  • Nichts wegwerfen: Defekte Geräte, Netzteile und auch durchgebrannte Steckdosenleisten aufbewahren, bis die Regulierung abgeschlossen ist.
  • Fotos machen: Geräte, Typenschilder, Seriennummern, Verkabelung, Sicherungskasten und sichtbare Brandspuren fotografieren – vor jedem Ausbau.
  • Zeitpunkt festhalten: Wann ist der Ausfall aufgefallen? Gab es ein Gewitter, Arbeiten am Stromnetz oder einen Stromausfall? Wetterdaten und Meldungen des Netzbetreibers helfen.
  • Protokolle sichern: Ereignisprotokolle von Servern, USV und Firewall enthalten oft den genauen Zeitpunkt des Ausfalls. Sie werden mit der Zeit überschrieben.
  • Versicherung früh informieren: und notwendige Sofortmaßnahmen mit ihr abstimmen.

Darf ich den Betrieb schon wiederherstellen?

Maßnahmen, die den Schaden begrenzen, sind meist erwünscht – etwa ein Ersatzgerät, damit Ihre Mitarbeitenden weiterarbeiten können. Entscheidend ist, dass der beschädigte Zustand vorher dokumentiert ist und die Maßnahmen abgestimmt sind. Wir sichern auf Wunsch zuerst den Zustand und stellen danach den Betrieb wieder her.

Was die Versicherung wissen will

Für die Regulierung zählen drei Fragen:

  1. Ursache: Ist der Schaden durch Überspannung entstanden – oder durch Verschleiß, einen Vorschaden oder einen anderen Defekt?
  2. Umfang: Welche Geräte und Bauteile sind betroffen, wie alt sind sie und in welchem Zustand waren sie?
  3. Kosten: Was kosten Reparatur, Ersatz und die Wiederherstellung der Daten?

Genau diese Fragen beantwortet ein Schadensgutachten für die IT. Ein IT-Gutachter begutachtet die Geräte, wertet Protokolle aus, grenzt Vorschäden ab und beziffert den Aufwand – nachvollziehbar und mit Belegen.

Und die Daten?

Der teuerste Teil eines IT-Schadens ist oft nicht die Hardware, sondern der Aufwand, Daten und Systeme wiederherzustellen. Prüfen Sie früh, ob Ihre Datensicherung vollständig und aktuell ist. Fehlt sie, lassen sich Daten von beschädigten Festplatten manchmal noch retten – aber nur, wenn niemand vorher daran herumprobiert. Für die Zukunft lohnt ein Blick auf ein durchdachtes Backup-Konzept und eine USV mit Überspannungsschutz.

Häufige Fragen

Brauche ich für einen kleinen Schaden ein Gutachten?

Nicht immer. Bei einem einzelnen Gerät genügt der Versicherung oft ein Kostenvoranschlag. Je mehr Geräte betroffen sind und je höher der Schaden, desto eher verlangt sie eine fachliche Feststellung von Ursache und Umfang.

Was kostet ein Schadensgutachten?

Wir rechnen nach Aufwand ab. Ein typisches Schadensgutachten mit Ortstermin liegt bei rund zehn Stunden; Beispiele und Richtwerte finden Sie unter Kosten eines IT-Gutachtens.

Haben Sie eine Kammer-Bestellung als Sachverständiger?

Nein. Unser Gutachter ist IT-Sachverständiger, nicht öffentlich bestellt und vereidigt, und erstellt Privatgutachten in Ihrem Auftrag. Mehr dazu: IT-Sachverständiger.

Schaden an Ihrer IT?

Schildern Sie uns den Fall – Sie erhalten eine Einschätzung und eine Kostenschätzung, bevor ein Auftrag entsteht.

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